Az: 33-9122-131/2/7
Den: 22.09.2023
Sehr geehrte Damen und Herren,
beiliegende Informationen des BMEL über des Ausbruch der Blauzungenkrankheit in den Niederlanden wird mit der Bitte um Kenntnisnahme übersandt.
Es wird darum gebeten, die betroffenen Personenkreise mit Umgang mit BTV-empfänglichen Klauentieren hinsichtlich des Auftretens von klinischen Symptomen wie hohem Fieber, Schwellung der Zunge, Läsionen der Maulschleimhaut, Todesfälle, welche bislang verstärkt bei Schafen beobachtet wurden, zu sensibilisieren und im Falle der Feststellung auf die Verpflichtung einer zeitnahen Anzeige bei der zuständigen unteren Tiergesundheitsbehörde hinzuweisen.
Bisheriger Sachstand:
Tierverbringungen:
Innerhalb des kritischen Einschleppungszeitraumes ab Mitte August wurden auch Tiere nach Baden-Württemberg verbracht, nach derzeitigem Kenntnisstand ohne Bezug zu Ausbruchsbetrieben. Der Herkunftsbetrieb liegt in einer Entfernung von 100 Km zum bisherigen Seuchengeschehen. Bislang ist nur ein Landkreis in Baden-Württemberg betroffen. Nach TRACES-Meldung wurden vier männliche Jungtiere im Alter von 4 Monaten und einen Bock im Alter von 3 Jahren verbracht. Das zuständige Veterinäramt ist informiert. Es werden entsprechende Proben zur serologischen und virologischen Abklärung veranlasst.
Präventionsmaßnahmen:
In den angrenzenden Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfahlen werden die Kontingente für die Monitoringuntersuchungen zur Früherkennung eines Seucheneintrags (Stichprobenplan des FLI) erhöht sowie verstärkt auf Krankheitssymptome bei Schafen geachtet .
Hintergrundinformationen:
In Baden-Württemberg wird auf freiwilliger Basis gegen die Serotypen 4 und 8 geimpft. Die Schutzwirkung ist jedoch serotypspezifisch.
Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich nach EU-Recht um eine Tierseuchen der Kategorie C, D und E (bekämpfungsrelevant zur Verhinderung der Ausbreitung in freie Gebiete oder bei Bestehen eines Tilgungsprogrammes, handelsrelevant und meldepflichtig). Deutschland hat den Status BTV-Frei. Auch die Niederlande waren seit 2012 BTV-frei (ST 8).
Die labordiagnostischen Untersuchungen werden an den vier Landesuntersuchungseinrichtungen in Stuttgart (Fellbach), Karlsruhe, Freiburg und Aulendorf durchgeführt.
