Anlässlich einer Veranstaltung in Berlin zum Thema Wolf und Herdenschutz hat der Vorsitzende der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände und gleichzeitig Vorsitzender des Landesschafzuchtverbandes Baden-Württemberg, Alfons Gimber, den Bundesvorsitzenden des NABU Jörg-Andreas Krüger eingeladen, einen Schäfereibetrieb in Baden-Württemberg zu besuchen um sich von den Herausforderungen beim Herdenschutz im Land ein Bild zu machen. Dieser Einladung folgte der Vorsitzende Jörg-Andreas Krüger sowie der Landesvorsitzende, Johannes Enssle. Sie besuchten gemeinsam mit dem Landesschafzuchtverband Baden-Württemberg den Schäfereibetrieb Jörg Frey in Baiersbronn. Von den praktischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung des korrekten Herdenschutzes konnten sich die Vorsitzenden persönlich beim Aufbau von Netzen überzeugen.
Auf einer sehr steilen Fläche, welche mit Steinmauern übersät und von Gräben durchlaufen war wurde sehr schnell klar, dass Herdenschutz seine Grenzen hat. Zusätzlich erschwerten Spazierbänke und Holzstapel den Aufbau eines korrekten Herdenschutzzaunes.
Herr Schaible erläuterte die Herausforderungen, die der Einsatz von Herdenschutzhunden in der Hüte und Wanderschäferei erfordert. Ein großes Problem für die Schafhaltung in Baden-Württemberg ist die Tierschutzhundeverordnung, welche den Einsatz von Herdenschutzhunden aufgrund fehlender Hütten oder Ruhemöglichkeiten fast unmöglich macht. Überzeugen konnten sich die Teilnehmer davon, dass auch im Schwarzwald die Anwohner mit bellenden Herdenschutzhunden konfrontiert werden.
Alle Beteiligten wurde klar, Herdenschutz erfordert mehr als die Förderung der Netze und eine Entschädigung für den Aufbau. Es werden Regelungen für schwer zäunbare Gebiete benötigt. Ebenso Regelungen für die Pflege der Flächen welche aufgrund von Herdenschutzmaßnahmen nur eingeschränkt gepflegt werden können. Hierzu gehören der Abstand von vier Metern zu Einsprung Möglichkeiten (Spazierbänke, Holzstapel, Steinmauern etc.). Ebenso bedarf es für den Einsatz von Herdenschutzhunden Praxiskonforme Regelungen. Höhere Zäune können auf diesen steilen und anspruchsvollen Flächen unmöglich umgesetzt werden.
Wie wichtig die Schäferei für die Landschaftspflege und den Artenschutz ist, wurde von seitens des NABU betont, und dass Regelungen gefunden werden müssen um die Schafhaltung beim Thema Wolf zu unterstützen und zu halten und eine Offenhaltung der Landschaft zu gewährleisten.
Einig waren sich Bundesvorsitzender Krüger und Bundesvorsitzender Gimber, dass die Entnahme eines übergriffigen Wolfes umgehend und ohne bürokratischen Aufwand erfolgen muss.




